AllGemeines

5.4. Wunden und Schmerz

5.4. WUNDEN UND SCHMERZ

schwarze Bilder
malen
für die verzweifelte SprachLosigkeit
meines verwundeten Herzens
das nicht heil werden kann
durch die Wunden der Erde

doch besser
brennender Schmerz
als bedeckt zu sein
von taubem NarbenGeFlecht

die Lepra
hat die Herzen
der Menschen
befallen

wohl denen
die den Schmerz
noch fühlen

***

ich weiß es
wenn
ich mich
diesem Klang
ganz öffne
wird nichts mehr
so sein
wie bisher

und
ich werde
mein VerRücktSein
leben müssen
mit ganzer Seele
mit ganzem Leib
mit aller Kraft
ohne jede Schonung

bis an den Rand gehen
den Schrei
freigeben

***

verzage
nicht
noch nicht

gehe
noch einmal
los
auch wenn
die Angst
vor der VerGeblichkeit
dich müde macht

gib nicht auf
noch nicht

beginne
noch einmal
mit allem Ernst
und
mit aller Lust
zu leben
und
sei es
im Staub
der Erde

***

in deinem Innersten
bist du
der Gabe des Lebens
verpflichtet

entstanden
aus Blut
Lust
und Schmerz
der Großen Mutter

halte dem Schmerz stand
und lerne
die Wandlung
aus dem unaufhörlichen Quell
deines Blutes

die Klage
steht dir zu
verwirfst du dich aber
ehe du den letzten
dir möglichen Schritt
gegangen bist
schlägst auch du
Wunden
in Mutter Erde

***

besinne dich
mit all deiner Kraft
wenn der Schmerz
dein Herz zerreißt
sieh
die Wunde
und reinige sie
mit der heilenden Kraft
deiner Tränen
fürchte nicht
die Schwäche
bleib dennoch
trotz allem
bei dir
verlasse dich nicht selbst
schlage nicht Wunden
ins Fleisch
wage zu fühlen
zu sehnen
laß dich nicht daran hindern
vom Zweifel
der VerGeblichkeit schreit
höre nach innen
den leisen GeSang
das tröstende Lied
urinnere
die Wärme
die Sanftheit
die Hoffnung
und behüte sie
in dir

***

allmählich
spüre ich
die Kraft und Weisheit
der uralten Mütter
in meinem Leib

in meinem BeGreifen
verbinden sich
Trauer und Schmerz
mit
Freude und Lust

und
ich
beginne
zu ahnen
daß die VerZweiflung
endlich
ist

***

es gibt
kein Er-Barmen
keine Hilfe
kommt gültig
von außen

Wunder
entstehen nur
im hingebungsvollen Heilen
indem du auch den Schmerz
teilst

warte
auf nichts
folge vorbehaltlos
deiner Seele
und
schütze deine Haut gut

warte nicht
auf Hilfe
von außen
sie entsteht in dir
wenn du
gut für dich sorgst

***

nichts
vermag
dich
zu zerstören

alles
ist
schon
überlebt

trau dich
noch einmal
zu glauben
nichts kann dich töten
nur der VerLust
deiner Hoffnung

nähre also
mit aller Kraft
deine Seele
nichts
kann dir dann geschehen

***

wie ein Blitz
schlägt der Schmerz
in dein träges Fließen

begehrt
die FreiGabe
deiner ungenutzten Kraft

verlangt
daß deine Haut
bloß liegt

will dich
völlig
ungeschützt

fordert
von dir
die Wunden zu heilen

***

angesichts
der Wunden und Trümmer
bleibt dir nur
die heiligen Orte
zu urinnern
und aus der Kraft
deiner Träume
neu zu gestalten
im ZeitRaum

das FremdSein
verlangt
dir den GrenzGang ab
wahrhaftige HinGabe

dir bleibt also nur
dich selbst zu führen
selbst einzuweihen
in UrInnerung
deiner Träume

***

wenn
wieder einmal
alles
aus den Fugen gerät

und
du
dein inneres GleichGeWicht
verlierst

vergeht nur
was schon verloren war
damit Raum entsteht
für das
was kommen will

vergiss nicht
in der Trauer
um das VerGehende
das EntStehende
willkommen
zu heißen

***

manchmal
wird es eng
in mir
und
Schmerz
urinnert
die Wunden
die wahrzunehmen
ich fürchte

ich weiß
niemand
kann sie für mich heilen

langsam
wende
ich
mich
ihnen
wieder
zu

***

wenn
das Sterben
als ungewollte Möglichkeit
GeStalt gewinnt
und
das EntSetzen
die Endlichkeit
allen Lebens
nahe werden läßt
stecken wir den Kopf
in den Sand
fest und ungläubig
auf Wunder hoffend

oder

stürzen
in die kostbare Wirklichkeit
des AugenBlicks
die Wunder
eigenmächtig
zu wirken

***

aufgelöst
und
aufgewühlt
zugleich

allem
ein Ende
bereiten
und
alles
aufs Neue beginnen

Zeit der Häutung
des Schwindens von Sicherheit
des Wachsens von Hoffnung

tiefstes EinVerStändnis
mit der ZwischenZeit
des Wandels
nichts mehr zurückhalten wollen
es nicht mehr können

mir selbst vertrauen
mit ganzem Herzen

***

WandlungsZeit

AufBruch
und VerLassen
nach eigenem Willen

das GeFühl
not-wendiger Häutung
das kein VerHarren mehr duldet

das Ende der GeDuld
an diesem Ort
in dieser Zeit
mit mir

ein WachWerden
in mir
das ich nur ahnen kann

die HerAusForderung
zu wachsen
ins UnBeKannte
mit Schmerz und Lust

die Zeit des ÜberGangs
vom Sterben zum Leben

***