AllGemeines

5.5. Weg gehen

5.5. WEG GEHEN

nur immer schön brav sein
klein und bescheiden
verständnisvoll und nett
damit
nur keine
die gähnende Leere ahnt
die MutLosigkeit
und die Schwäche

nur immer den richtigen Ton
das passende Wort
zur rechten Zeit finden
damit alles stimmt
was ja doch nicht zusammen passt
und nur gehalten wird
durch AnPassung

nur keine eigene Regung
keinen eigenen Traum
nur keinen AnSpruch
nur keinen Raum verlangen
für Leben
...
es könnte gewährt werden

***

du
bist
enterbt worden
von der GeWöhnlichkeit
des UnRechts

du weißt
nichts
wirst du hinterlassen
außer einer Spur
die nur gesehen werden kann
mit den Augen
der Liebe

doch
fürchte
dich nicht
du weißt
um die Einsamkeit
in den Zeiten
des Sterbens

***

verlasse
alles
was dich unglücklich
und unfrei
werden lässt
auch
wenn es sicherer scheint
zu bleiben

wage
den aufrechten Gang
im eigenen ZeitMaß

wilde Tiere
sterben
im GeHege

nur die
auf ihr eingeborenes Wissen
verzichten
überleben
durch AnPassung
an HerrSchaft

***

mit BeFremden
das eigene EntFerntSein spüren
das uralte FremdFühlen
neu urinnern
im FernWeh

ahnen
wie brüchig
VerBindungen sind
wo HerzBeRührung fehlt

den Bruch
nicht mehr fürchten
auf BeFangenheit verzichten
sich dem AnSturm
der Träume
hingeben

Zeit
nicht mehr messen
sondern
fließen lassen

***

unvermittelt
überraschend
kurz vor
dem beabsichtigten AbSprung
noch einmal
innehalten
Atem holen
und
stehen bleiben
das VerSäumte noch tun
das die Seele braucht
um frei zu gehen
ohne Schuld

***

im WegGehen
wird der Blick
schärfer

die EntFernung
lässt
ZusammenHänge
sichtbar werden

und
Schmerz
bricht hervor
der nur verdrängt war
aus Angst
vor EntTäuschung

Zorn
brennt
schwärende Wunden aus

***

es
bleibt
nur
tastend
zu suchen

IrrWege
zu wagen
und
auch
Verletzungen

den ZwischenRaum
zu durchqueren
in der ZwischenZeit

***

nicht mehr
brav mitspielen
sondern
aus der Rolle fallen

mit Lust
aus der Reihe tanzen

sich wonnevoll häuten
wenn das Fell juckt
und
Altes zurücklassen

im eigenen Saft schmoren
und
hingebungsvoll
NabelSchau halten

***

ganz gemächlich
wächst
aus der GeWohnheit
der VerLuste
GeLassenheit
die dich des Zitterns
enthebt

jeder GrenzGang
mindert
die Furcht
im GrenzLand
das du nun ruhiger betrittst
im Wissen
um die UnAusWeichlichkeit

jeder Schritt
den du gehen musstest
wurde
in der Tiefe
deiner Seele
geboren
und genährt
bis deine Kraft
reichte
für die BeWegung
deines Fußes

***

ich beginne
zu ahnen

jeder Schritt
auf dem gewundenen Weg
entfernt mich
vom AnKommen

daß das BeWusstSein
der immer weiter greifenden Schwingungen
immer tiefer wird

daß es immer mehr werden
mit denen wahrhaftiger AusTausch geschieht

überraschend
nah und eng
die VerBundenheit
von Hartem und Weichem
von Leere und Fülle
von Licht und Dunkel

in mir

***

in der Fremde
wird es offenbar
die dort leben
wurzeln fest

dich treibt
die SehnSucht
die wohl weiß
das fremde Land
taugt zur Suche
nicht zur VerWirklichung

Heimat
findest du
nur im Innersten
wenn du
immer aufs Neue
ablegst
was fremd ist

keine Ahnung
was
dann
bleibt

***

im GrenzLand
leben
ist mir so vertraut
daß ich mich dort
als Fremde
sofort
angekommen fühlte
zu Haus

das GeFühl
gerufen zu sein
von innen
und außen
unten
und oben
gestern
und morgen

die SehnSucht
heim zu kommen
schlägt
Wurzeln
im steinig vertrauten Grund
von Mutter Erde

***

ich weiß nicht
wohin
mich mein Weg
führen wird

staune
bei jedem Schritt
wie ein Kind
das im Spiel
sich selbst
entdeckt
und
die eigene Sicherheit
im VerBundenSein
mit allem Lebendigen
wieder findet

***

aus der GeBorgenheit
des UrSprungs
durch die Himmel
fallen
und
der Schwerkraft
folgen
und
irgendwann
aufschlagen
mehr oder minder hart
je nach dem

dann wieder der SchwerKraft folgen
und einem Weg

ein Rinnsal werden
das irgendwo versickert
oder
einmündet
in den Bach
den See
den Fluss
das Meer
und
irgendwann zurückkehrt
in die GeBorgenheit des UrSprungs
um wieder durch alle Himmel zu fallen

***