AllGemeines

5.6. Wahr werden

5.6. WAHR WERDEN

nicht
mehr
zerteilt
will ich leben

das innere Feuer
läßt schmerzlich GeTrenntes
endlich verschmelzen
so daß ich eins werde
mit mir

zu geben
meine EigenArt
für die WiederGeBurt
lebendigen Sterbens

***

alle Eitelkeiten
entfernen
aus sich selbst
auf das sie nicht umschlingen
die Hoffnung
sie in die Irre zu führen

leise Gefahr
deren Gift
den Tod bringt

wachsam bleiben
und
diese AnStrengung
mit GeDuld
immer aufs Neue
vollbringen

***

beharrlich
ist die EntTäuschung
dringt in alle Winkel
stöbert
nach und nach
jede noch so verborgene
Täuschung
auf

allmählich
wirds leerer
weniger
verstellt den Blick

mein Selbst
beginnt sich zu gewöhnen
an die befreiende Schwere
dieser Arbeit
ihren bittersüßen GeSchmack
der lange haftet
sich in die UrInnerung
unauslöschbar eingräbt

auf das
nichts
vergessen werde

***

wieder
eine Hoffnung
die sich als Täuschung
enthüllt
und
wie eine SternSchnuppe
in die verschlingende Dunkelheit
eintaucht
ohne
dich
zu berühren

doch
schon immer
ist die EntTäuschung
die dunkle Schwester
der SehnSucht

***

rastlos
fördern
meine Zweifel
GeWissheiten
aus den dunklen Kammern
meiner Seele
bringen sie
ins helle Licht
der Sonne
drehen
und
wenden sie
zeigen
mit spitzen Fingern
auf jede wunde Stelle
verwerfen alles
was nicht trägt
dringen vor
bis zum Kern
...
warten auf die Frucht

***

hartnäckig
und zäh
wurzelt MißTrauen
im Grunde meines Herzens
wohlgenährt
aus den Verletzungen
von AnBeginn

zögernd
wächst
VerTrauen
in der SehnSucht
meines Herzens
urinnert Mimosen

und
meine ZuVerSicht
und Hoffnung
roden
PfahlWurzeln
im Grunde
meines Herzens

bereiten den Boden

***

UnGeDuld
liegt auf der Lauer
in mir

sprungbereit
angriffslustig

wirft mich aus dem GleichGeWicht
knurrt
wenn ich ihr zu wehren suche

mich der GeDuld zu widmen
ihrer stillen Schwester
mit dem längeren Atem
die warten kann
voller LangMut
voller GleichMut
beharrlich
und
sanft

zwischen ihnen
übe ich mich
in AuSGeWogenheit

***

wenn
die UnRuhe
durchs GeFlecht
der Sonne
wirbelt
beschwöre ich
die ZuVerSicht
aus allen Zellen
zu strömen
gelingt es
berühren sich
meine Angst
und
meine SehnSucht
als Schwestern
für die AusGeWogenheit des Glücks

***

immer
nachdrücklicher
verlangt
meine Seele
nach Tiefe
sich zu erden
sich einzuwurzeln

immer
kürzer die Zeiten
die ich bereit bin
im Seichten
zu verbringen

gegenläufig
die Suche
nach Weite
und
die zunehmende Strenge
in mir

vielleicht
weil
mehr Werdendes
mehr Klarheit
verlangt

***

der Mut
den du brauchst
für den nächsten Schritt
ist die überraschende Frucht
des beharrlichen Wachsens
entlang den EinSchränkungen
des Lebendigen
und
die Angst
not-wendiges Zeichen
für das WahrNehmen
des rechten AugenBlicks

***

wenn du
aus Angst
vor EntTäuschung
zu wünschen vermeidest
entbehrst du
der VerWirklichung
aus eigener EntScheidung

wenn du
aus Furcht vor VerLust
BeGegnung verhinderst
verzichtest du
auf lebensspendende Wärme
aus eigener EntScheidung

wenn du
aufgibst
und nicht mehr zu träumen wagst
verschenkst du
die Möglichkeit zu leben
aus eigener EntScheidung

wenn du
dich endlich entscheidest
zu wünschen aus vollem Herzen
zu träumen mit ganzem Sein
zu leben aus eigener Kraft
öffnet sich deine Seele
der unendlichen BeGegnung

***

da alles geboren wird
um nach eigenen Möglichkeiten
unter zufälligen BeDingungen
ganz zu leben
und irgendwann zu sterben
und sich einzuschwingen
in den unvorstellbaren SchlangenTanz

da es die Freiheit der Wahl
also nicht gibt
und dir unwiderruflich gewiss wird
daß Fülle nicht geschaffen werden kann
in der Zeit
sondern nur im AugenBlick
enthalten ist

wenn du zu ahnen vermagst
daß der letztendliche Sinn
jenseits allen Wissbaren wurzelt
dann kannst du beginnen
die Schönheit deines UnVollKommenSeins
zu spüren und zu genießen
als einzigartige Schwingung des Lebens
als GeSchenk der Wandlung allen Seins

dann gestatte dir jetzt achtsam zu sein
bereichere jeden AugenBlick
um VerGehendes und Kommendes
und vergiss nie zu träumen
***